Ernährung bei Diabetes

Essen gehört zum Leben – und bei Diabetes spielt die Ernährung eine besondere Rolle. Dabei geht es nicht darum, ständig verzichten zu müssen oder Lebensmittel in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen.

Viel wichtiger ist zu verstehen, wie unterschiedliche Lebensmittel den Blutzucker beeinflussen und wie sich Mahlzeiten so zusammenstellen lassen, dass sie zum eigenen Alltag und zur persönlichen Diabetesbehandlung passen.

Ernährung verstehen statt verbieten

Kohlenhydrate haben einen direkten Einfluss auf den Blutzucker. Entscheidend ist aber nicht nur, wie viele Kohlenhydrate eine Mahlzeit enthält.

Auch die Art der Kohlenhydrate, die Menge an Ballaststoffen sowie die Zusammensetzung einer Mahlzeit können beeinflussen, wie sich der Blutzucker nach dem Essen entwickelt.

Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte liefern unter anderem Ballaststoffe und können Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Gleichzeitig muss bei Diabetes nicht grundsätzlich auf Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Obst verzichtet werden.

Was kommt auf den Teller?

Eine ausgewogene Mahlzeit kann beispielsweise aus mehreren Bestandteilen bestehen:

  • reichlich Gemüse oder Salat
  • einer passenden Portion kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Brot – möglichst häufig als Vollkornvariante
  • einer Eiweißquelle wie Hülsenfrüchten, Fisch, Eiern oder Milchprodukten
  • hochwertigen pflanzlichen Fetten, beispielsweise aus Nüssen, Samen oder pflanzlichen Ölen

Wasser und andere ungesüßte Getränke sind im Alltag meist eine gute Wahl.

Es geht dabei nicht um einen perfekten Teller bei jeder einzelnen Mahlzeit. Viel wichtiger ist, wie die Ernährung insgesamt und langfristig aussieht.

Kohlenhydrate – nicht automatisch der Feind

Gerade nach einer Diabetesdiagnose entsteht schnell der Eindruck: „Kohlenhydrate darf ich jetzt möglichst nicht mehr essen.“

So einfach ist es nicht.

Kohlenhydrate stecken in vielen ganz normalen Lebensmitteln und sind nicht grundsätzlich etwas, das Menschen mit Diabetes vermeiden müssen.

Hilfreicher ist es zu verstehen:

Wo stecken Kohlenhydrate drin? Wie viel esse ich davon? Und wie reagiert mein Blutzucker darauf?

Besonders bei einer Behandlung mit Insulin kann die Kohlenhydratmenge einer Mahlzeit für die Therapie eine wichtige Rolle spielen.

Süßes ist nicht grundsätzlich verboten

Auch mit Diabetes muss Genuss nicht verschwinden.

Süßigkeiten, Kuchen und andere zuckerreiche Lebensmittel müssen nicht zwangsläufig vollständig vom Speiseplan gestrichen werden. Sinnvoll ist jedoch ein bewusster Umgang mit Menge und Häufigkeit.

Starre Verbote sind dabei nicht unbedingt hilfreich. Wichtiger ist, die eigene Ernährung als Ganzes zu betrachten und zu verstehen, welchen Einfluss unterschiedliche Mahlzeiten auf den eigenen Blutzucker haben können.

Jeder Mensch reagiert etwas anders

Vielleicht kennst du das: Du isst zweimal scheinbar das Gleiche – und trotzdem sieht deine Blutzuckerkurve anschließend unterschiedlich aus.

Das ist möglich, denn nicht nur das Essen beeinflusst den Blutzucker.

Auch Bewegung, Stress, Schlaf, Medikamente, Insulin, Erkrankungen und die Tageszeit können eine Rolle spielen.

Deshalb ist es oft hilfreicher, wiederkehrende Muster zu beobachten, anstatt einen einzelnen Messwert isoliert zu beurteilen.

Beobachten und verstehen

Blutzuckerwerte vor und nach einer Mahlzeit können Hinweise darauf geben, wie der eigene Körper auf bestimmte Lebensmittel und Mahlzeiten reagiert.

Aus einem einzelnen Wert sollte man jedoch nicht vorschnell schließen, dass ein bestimmtes Lebensmittel grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ ist.

Interessanter sind wiederkehrende Zusammenhänge.

Wenn bestimmte Mahlzeiten regelmäßig mit ungewöhnlich hohen oder niedrigen Werten einhergehen, kann es sinnvoll sein, diese Beobachtungen mit dem behandelnden Diabetes-Team oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft zu besprechen.

Hier geht es weiter

In diesem Bereich findest du nach und nach verständliche und praktische Beiträge rund um Ernährung und Diabetes.

Geplant sind unter anderem:

Was sind Kohlenhydrate – und wo stecken sie drin?

Welche Lebensmittel lassen den Blutzucker schnell steigen?

Ballaststoffe bei Diabetes – warum sind sie so wichtig?

Was kann ich frühstücken, ohne dass mein Blutzucker stark ansteigt?

Was bedeutet der glykämische Index?

Vollkorn oder Weißmehl – wo liegt der Unterschied?

Obst bei Diabetes – worauf sollte ich achten?

Wie erkenne ich Zucker in Lebensmitteln?

Was esse ich unterwegs oder im Restaurant?

Ziel ist nicht, dir vorzuschreiben, was du essen sollst. Die Informationen sollen dir helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und im Alltag bewusstere Entscheidungen zu treffen.

Wichtig

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung.

Besonders wenn du Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente verwendest, solltest du größere Veränderungen deiner Ernährung mit deinem behandelnden Diabetes-Team besprechen. Eine deutliche Ernährungsumstellung kann den Blutzucker beeinflussen und dadurch gegebenenfalls eine Anpassung der Behandlung erforderlich machen.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Leitlinien und Praxisempfehlungen zur Behandlung und Ernährung bei Diabetes.

gesund.bund.de
Informationen des Bundes zur gesunden und ausgewogenen Ernährung.